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Italienisches Flair im Norden.

Kleine Fluchten: Hotel "Harmonie" in Waren/Müritz

Im Jahr 2006 wurde das schmucke Haus am See eröffnet. "Die exponierte Lage hat uns gereizt", bekennt der Chef.

Hotel Harmonie Waren Müritz



















Foto: Michael Pasdzior

Waren hat viel zu bieten. Das kleine Städtchen macht einen sympathischen Eindruck. Alle Häuser erstrahlen nun wieder in altem Glanz, der "Neue Markt" ist umsäumt mit schönen Gebäuden aus verschiedenen Epochen, wobei das Spektrum über Fachwerk, Gründerzeit und Jugendstil bis in die heutige Zeit reicht. Die "Lange Straße" lädt mit ihren vielen Geschäften zum entspannten Shoppen ein. Die beiden imposanten Kirchen ragen aus dem Stadtbild heraus. Vom Turm der Marienkirche bietet sich ein beeindruckender Rundblick auf Stadt und Land. Und dann ist da noch die ausgewiesene Lage des Ortes am Müritzer See.

Dort, wo die Hauptstraße beginnt und zugleich der See endet, liegt das Hotel "Harmonie" mit seiner neobarocken Fassade. Erbaut wurde es 1895 als "höhere Töchterschule" und beherbergte somit die erste Mädchenschule in Mecklenburg-Vorpommern. Viel später diente es als Schülerfreizeitzentrum, wurde schließlich aber wegen Baufälligkeit geschlossen. "Es war nur noch eine Ruine und nur deshalb nicht abgerissen, weil es denkmalgeschützt war", erzählt Frank Weißenberg. Als es zur Ausschreibung stand, haben er und sein Bruder Klaus das Haus erworben und selbst mit Hand angelegt. Das Warener Brüderpaar ist Quereinsteiger in der Hotellerie. Erst als die Eltern kurz vor der Wende einen Getränkeshop übernahmen und später eine Bierstube betrieben, bekam die Familie Kontakt zur Gastronomie. Klaus ist zudem Chef des beliebten Restaurants "Alte Tankstelle" - da war der Schritt zum Betrieb eines Hotels nicht mehr fern. Die Chance dazu bot sich mit dem Kauf des Hauses. "Die exponierte Lage hat uns sehr gereizt", sagt Frank Weißenberg. Nach 14-monatiger Bauzeit wurde das Hotel schließlich 2006 eröffnet.

Bei der Instand- und Umsetzung haben sich die beiden ausschließlich von ihren eigenen Vorstellungen leiten lassen, nur eine hochwertige Ausstattung kam für sie in Frage. Lange haben sie nach dem entsprechenden Inventar gesucht, "denn das Innere sollte die neobarocke Pracht widerspiegeln". In Italien wurden sie schließlich fündig. So haben die hohen Zimmer edle Seidentapeten und kostbare Vorhangstoffe. Darauf abgestimmt sind die Bezüge der Sessel und Sofas. Im Kontrast dazu stehen die großzügigen Badezimmer in topmodernem Design. Die kreisrunde Granitwaschschüssel gehört dazu wie die Marmorkacheln und Fliesen im großen Duschbereich. Im Hausflur konnte die schöne alte Holztreppe erhalten werden, und die Anrichten und Buffetschränke vervollständigen auch hier das stimmige Ambiente, zu denen auch die Malereien des bekannten Bad Doberaner Künstlers Thomas May gehören. Auf seine Wandgemälde sind die Inhaber besonders stolz und kommen ins Schwärmen, wenn sie von seiner Kunst berichten:

Waren Müritz Hotel




















Foto: www.hotelwarenmueritz.de

"Wie er nur mit Kohlestiften die großen Bilder vor- und dann mit Farbe ausmalt, fasziniert uns." Und auch der Gast findet viel Gefallen an den Motiven, die das Haus in die alte Zeit zurückversetzt. Im Wellnessbereich setzt sich die Wandbemalung fort. "Ich wollte keinesfalls irgendwelche Strand- oder Meeresmotive, sondern auch hier was Ungewöhnliches und Originäres", begründet Frank seine Entscheidung. Zur Erholung stehen finnische Sauna, Dampfbad, angewärmte Steinliegen und zwei Whirlpools zur Verfügung. Daneben ist noch eine Salzgrotte geplant. Die Gäste des Hauses können aus einer Vielzahl von Massagen und kosmetischen Behandlungen wählen. Der Ruheraum befindet sich in einem Wintergarten, von dort geht der Blick hinaus auf den See.

Das Hotel "Harmonie" hat auch einen eigenen Kräutergarten. "Für mich gibt es nichts Schöneres, als morgens das Rühr- oder Spiegelei mit dem eigenen, frischen Schnittlauch zu verfeinern", schwärmt Frank. Überhaupt herrscht in dem dunkelrot gehaltenen Speiseraum mit seinen schönen Wandlampen und den lederbezogenen Stühlen eine ganz besonders warme Atmosphäre, die bei den Gästen sehr gut ankommt. Man merkt den Betreibern an, dass sie sich in ihrer neuen Rolle als Hotelbesitzer richtig wohlfühlen: "Wir wollen den Namen Harmonie leben", erläutert Frank Weißenberg die Philosophie des Hauses. Eine Bewertung seines Hauses durch den Hotel- und Gaststättenverband lehnt er ab. "Wir lassen uns unsere Sterne von den Gästen geben", stellt er selbstbewusst fest.

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